The Lake District. Grün und grau.

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Crummock Water bei Buttermere

 

„You’ll get a bit of everything, I suppose“, sagte die Vermieterin unseres Cottages in Applethwaite bei Keswick bei unserer Anreise vor 6 Tagen in bezug auf das Wetter.

Wie wahr: A bit of rain, a bit of heavy showers, a bit of drizzle, a little bit of sun, a bit of blustery rain, a bit of „it’s chucking it down“, a bit of grey clouds, a bit of wind,  a bit of 11 degrees, a bit of 12 degrees, a bit of 13 degrees Celsius and again a bit of scattered showers…
Das englische Wetter könnte einen ganzen Blogbeitrag alleine füllen. Soll es aber nicht.

Denn da ist ja auch noch die liebliche, bezaubernde, grüne Landschaft. Da sind die geschwungenen Hügel, die Steinmauern zwischen den Feldern, die gechillten Schafe, die überall grasen, die rauschenden Wasserfälle. Und da sind die atemberaubenden Ausblicke, die kleinen Wanderwege, da ist die Ruhe und  der würzige Geruch. Da sind die kleinen pittoresken Orte mit ihren Häusern aus Schiefer oder auch mit viktorianischen Häusern. Da sind die imposanten Landhäuser, die netten Menschen und die freundlichen anderen Wanderer, die man trifft und grüßt.
Diese Mischung macht es hier so reizvoll.

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Wiesen und Berge am Crummock Water

 

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Moss Force Waterfall

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Ambleside am Lake Windermere

 

Und was macht man so im Lake District?

Wandern:

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Schwimmen (nur die Harten kommen in’n Garten…) :

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Bootfahren:

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In Ambleside am Lake Windermere

 

Schaukeln:

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Baumschaukel beim Lingholm House nahe Keswick

 

Bummeln:

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Hier in der Fußgängerzone von Keswick

 

Ins Theater gehen (ich mag englische Theateraufführungen):

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Essen:

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Fish and Chips, was sonst?

Amalfi-Küste 27.09.2015

Als ich letztes Jahr in Neapel und auf Capri war, habe ich mir vorgenommen, dass ich einmal an die Amalfi-Küste fahren würde und nun habe ich es umgesetzt, spontan und für 6 Tage.

Was fasziniert mich?
Ich bin überwältigt von der Großartigkeit der Natur:  Felsen, teils bewaldet, teils für den Zitronen- oder Tomatenanbau terrassiert und genutzt, tiefe Täler, klare Gebirgsbäche, kleine in den Fels gebaute Orte und unter bzw. neben all dem das tiefblaue bis smaragdgrüne weite Meer! Wenn man an einem Ort demütig werden kann, dann hier!

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Amalfi-Küste

Und ich habe mehrere Abenteuer gemeistert und genau das will ich ja auch auf meinen Alleinereisen, ich möchte an Herausforderungen wachsen.
Mit Easy Jet nach Neapel zu fliegen, einchecken und einsteigen mit fast militärischem Drill und auch noch in der letzten Reihe zu sitzen, wo man am besten gar keine Beine hat, ist ja auch schon ein kleines Abenteuer, aber erst der Anfang.
Für mich war es ein echtes Abenteuer, alleine ein Auto zu mieten, das auch noch Automatik haben musste und im Dunklen den Weg von Neapel nach Atrani zu finden, die kurvige Küstenstraße zu meistern. Ich habe es geschafft und war ein bisschen stolz auf mich. Für andere mag das Pillipalle sein, für mich nicht.
Nachts hörte man in meiner kleinen Pension einen Gebirgsbach rauschen, so entspannt bin ich lange nicht aufgewacht und habe Wege erwandert. Ich bin nicht sehr gut im Kartenlesen, auch wieder so eine Herausforderung.
Das Wandern in der felsigen Bergwelt, durch Täler mit Wasserfällen und vorbei an Zitronenplantagen tat mir gut, körperlich ist es anstrengend und schwupp die wupp entspannt der Geist und die Seele baumelt tatsächlich!

Im Vallone del Ferriere bei Amalfi
Im Vallone del Ferriere bei Amalfi
Blick auf Amalfi
Blick auf Amalfi

Wegen Wadenmuskelkaters schlimmsten Grades musste ich zwei ruhigere Tage einlegen, einen mit einem Auto-Ausflug zu einer Grotte mit smaragdgrünem bis türkisblauen Wasser (natürliche Lichtreflexion durch einen kleinen Felsspalt), nach Praiano, einem niedlichen kleinen, sehr ursprünglichen Fischer- und Hafenort und Positano, einem hübsch bunt in den Berg gebauten Küstenort, der aber leider mondän daherkommt und voll ist mit reichen Engländern, Italienern und Japanern, die durch die Boutiquen flanieren, in 5- und 6- Sternehotels wohnen und das auch herzeigen.

IMG_3155 Grotta delle Smeraldo
Grotta delle Smeraldo
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Positano

Am zweiten Ausruhtag war ich in Maiori, wo es eine lange und schöne Promenade und einen für die Amalfi-Küste langen und teils sogar sandigen Strand gibt. Hier bestand die Herausforderung darin, sich im Auto zum Schwimmen umzuziehen, da es an dem kleinen öffentlichen Strand im Gegensatz zu den privaten Strandabschnitten keine Umkleidekabinen gibt. So ein Auto ist ja ein vielseitiger Helfer.

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Strand in Maiori

Nach abgeklungenem Wadenmuskelkater konnte eine weitere Wanderung nach Ravello gehen. Ravello liegt auf dem Berg und bietet neben einem schönen Dom pittoreske Sträßchen und Plätze, aber vor allem zwei Villen mit mittelalterlichem Ursprung und wunderschönen Gärten. Und so einen ausgedehnten Garten in der felsigen und bergigen Umgebung anzulegen, erfordert bestimmt schon einiges. Dadruch dass die Villa Rufolo und Villa Cimbrone schon recht berümt sind,  musste ich mir Ravello mit einem Schwung amerikanischer Kreuzfahrttouristen teilen. Sie ergießen sich in Massen aus Bussen und haben wenig Zeit, dafür müssen aber umso mehr Fotos geschossen werden 😉

Garten Villa Cimbrone
Garten Villa Cimbrone
Ravello
Ravello

Zurück wollte ich mit dem Bus fahren, was sich aber mangels vorher am Automaten  gelösten Tickets als schwierig erwies, denn der Bus nahm mich nicht mit, der nächste fuhr in einer Stunde. Geduld und Warten sind nicht so meine Stärken, so wollte ich mal ein Stück runterlaufen und dann den Bus weiternehmen. Und da kam es zum nächsten Abenteuer, denn neben mir auf der Kurvenstraße bergab hielt ein Auto und der Fahrer sagte: „Amalfi?“ , ich antwortete „Atrani“, was auf dem Weg nach Amalfi liegt, aber noch näher dran und siehe da, ich fuhr das erste Mal in meinem Leben per Anhalter, mit einem freundlichen Italiener, der ausschließlich Italienisch sprach.  Man soll ja immer mal etwas Neues wagen, wobei ich gar nicht weiß, ob mir wegen des Fahrers  oder wegen des Autos, das in Deutschland bestimmt schon Jahre nicht mehr durch den TÜV gekommen wäre, mulmiger war. Und irgendwie hat es auch viel Spaß gemacht.
Fazit: Diese Reise hat mich glücklich und demütig vor der Großartigkeit der Natur gemacht.