Dubai

Was möchte ich über Dubai bloggen?

Dubai ist eine Stadt der Superlative.

  • mega viele Autos
  • mega vielspurige Straßen/Stadtautobahnen
  • mega viele Shoppingmalls
  • mega viele Hotels von einfach bis mondän
  • mega viele Hochhäuser und Wolkenkratzer
  • mega wenig Grün
  • mega heiß
  • mega viele Menschen in den Altstadtvierteln und Souks
  • mega viel mehr Männer im Straßenbild als Frauen
  • mega künstlich, sehr wenig Altes und Gewachsenes

Da ich glaube, dass es schon genug Reiseblogs gibt, die die Highlights wie das Burj-al-Arab oder die Dubai Marina oder eine der Shoppingmalls beschreiben, möchte ich heute über Menschen in Dubai schreiben. Das Straßenbild wirkt für mich exotisch. Aber ich habe gemerkt, wie exotisch ich für einige Dubaier auch wirke:

  • es gibt Araber, die in dem  traditionellen weißen Blusenkleid mit Sandalen und weißem Kopftuch (kommen aus dem Emiraten) oder mit rot-weiß kariertem Kopftuch (kommen aus Saudi-Arabien) gekleidet sind.
  • es gibt arabische Frauen, in einem schwarzen Mantel mit schwarzem Gesichtsschleier oder nur Kopftuch gekleidet oder in der schwarzen Burka. Immer mit Kindern, zu zweit oder mit ihrem Ehemann, nie allein unterwegs.
  • es gibt sehr viele Pakistani und Inder. Die Pakistani sind oft Bauarbeiter oder Hotelangestellte oder Händler. Oft tragen sie eine helle oder graue weite Hose und eine gleichfarbige lange Bluse darüber, teils auch westliche Kleidung.
  • es gibt viele Asiaten, Männer wie Frauen, wobei die Frauen oft in Läden und Hotels arbeiten.
  • in der Metro, die supermodern ist, sieht man fast nur Pakistani, Inder und Asiatinnen, selten Araber und Araberinnen und sehr selten Touristen. Die Touristen nutzen größtenteils die Touristenbusse, die die Hotspots ansteuern. Ist zwar bequem, mir aber zu wenig Eintauchen in das „echte“ Leben.
  • es gibt Inderinnen in bunten Saris, vor allem in bestimmten, nicht touristischen Stadtvierteln.
  • es gibt Afrikaner und Afrikanerinnen, oft in bunten Klamotten.
  • in den Shoppingmalls und in Jumeirah auf der Promenade Jumairah Beach Walk  sieht man auch Europäer und Europäerinnen, die mit Shorts und kurzen Röcken herumlaufen, sowohl Touristen als auch Expatriates. Die Frauen sind meist jung und haben Kinder.
  • Ältere Menschen sieht man  insgesamt sehr wenig.

Eigentlich gilt Dubai als sicher. Was Kriminalität angeht, stimmt das wohl auch. Als alleinreisende europäische Frau habe ich mich nicht immer gut aufgehoben gefühlt. Und das liegt am Männer-Frauen-Bild in einer muslimisch geprägten Gesellschaft.

Ich hatte drei Begegnungen mit muslimischen Männern, von denen zwei der unangenehmeren Art waren. Zum einen versuchte ein pakistanischer Kellner in einem einfachen arabischen Restaurant, mich zu betatschen, als ich nach dem Essen einen Tee in einem Raum mit Bodenkissen trinken wollte. Ich hatte Mühe, ihn loszuwerden. Zum zweiten sprach mich am zweiten Tag an einem öffentlichen Strand, so kurz, bevor es begann, zu dämmern,  ein Mann an, ob ich nicht mit ihm kommen wolle, er hätte ein Auto und wolle mir The Palm Jumeirah zeigen und vielleicht die Wasserlichtspiele vor The Mall oder wir könnten in einen Club zusammen gehen. Er kam aus dem Emiraten,  war eigentlich nett, aber ich war nach dem vorigen Tag doch lieber vorsichtig und habe dankend abgelehnt und die Metro genommen. Die dritte Begegnung war im Hotelfahrstuhl mit einem Mann aus dem Jemen, der lauthals im ankommenden Fahrstuhl  sang, ich stieg zu und sagte „Good morning“. Darauf entschuldigte er sich dann wortreich bei mir, er habe am Vorabend zuviel getrunken.  Dann nahm er meine Hand und gab mir einen Handkuss. Der asiatischen Bedienung im Frühstücksraum sagte er, ich sei so liebenswürdig, sie solle mir alles geben, was ich wolle. Ich meinte, er sei crazy, die Kellnerin meinte, er sei betrunken. Die letzte Episode war einfach nur lustig,  aber die ersten beiden nicht ganz. Es scheint so, als ob man als europäische alleinreisende Frau  (,wie drückte sich meine australische Vermieterin heute so schön aus,) „available“ wäre.

Meine drei persönlichen Highlights in Dubai:

  • Fahrten mit dem traditionellen kleinen Holzboot, genannt Abra, über den Creek. Man kann das geschäftige Treiben auf dem Creek mit Abras, Dhaus (Handelsschiffe aus Holz auf dem Weg nach Indien, Pakistan, Iran, voll beladen) und Wassertaxis beobachten. Es weht ein leichter Wind in der sonst heißen Luft. Man hat wunderbare Ausblicke auf Bur Dubai, Bastakiya und Deira. Und das für umgerechnet 0,25 Euro pro Fahrt.
  • Das Sheikh Saeed Al Maktoum House in Shingdagha. Es ist der Wüstenpalast des Scheichs Saeed al Maktoum, der als Erbauer und Visionär des heutigen Dubai gilt, das er ab 1958 begann, zu bauen. Viele historische Dokumente über das Leben in der Wüste. Toll restaurierter Wüstenpalast.
  • Das Heritage House mit der Alserkal Cultural Foundation, einer Galerie, die junge arabische Künstler fördert und interessante Künstler in einer schönen Umgebung ausstellt.

Nun noch ein paar Bilder:

Abra auf dem Creek
Abra auf dem Creek
Araber mit seiner Frau beim Einkauf im Gold Souk
Araber mit seiner Frau beim Einkauf im Gold Souk
Fröhliche Afrikanerinnen in Deira
Fröhliche Afrikanerinnen in Deira
Pakistanische Bauarbeiter
Pakistanische Bauarbeiter
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Sheikh Saeed al Maktoum House
Menschen an enem öffentlichen Strand, im Hintergrund Burj-al-Arab
Menschen an enem öffentlichen Strand, im Hintergrund Burj-al-Arab
junge arabische Kunst
junge arabische Kunst
Noch mehr junge arabische Kunst. Schattenbild.
Noch mehr junge arabische Kunst. Schattenbild.
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Sylt 15.05.2015

Sylt, da bin ich wieder!
Momentan beschäftigt mich, nachdem ich meinen Job gekündigt habe, die Frage, wie soll es weitergehen mit meinem beruflichen Leben nach der Kindererziehungszeit? Ich habe das – gesellschaftlich leider überhaupt nicht mehr anerkannte – Hausfrauen-Kindererziehungs- Modell gelebt. Nebenbei etwas Teilzeitarbeit. Ich sage inzwischen selbstbewusst: Ich mag das Modell und für meine Familie ist es richtig. Aber was kommt nachher? Will ich überhaupt in meinem studierten und erlernten Beruf weiterarbeiten? Ich weiß nicht, was ich wollen soll! Nachdenken, In-Mich-Hineinhorchen auf Sylt.
Das Meer, mein großer Seelentröster und meine Heimat. Manchmal muss man eben einfach nur ans Meer fahren.

Was will ich mehr?
Was will ich mehr?