Sydney. Aborigine-Walk und modernes Leben

Ich wollte mit dieser Reise ja nicht nur Urlaub machen, sondern ich wollte neue Erfahrungen machen mit anderen Menschen, mit anderen Lebensweisen, mit einer anderen Art, Dinge zu sehen. Ich wollte daraus Impulse und Bereicherungen für mich und mein Leben ziehen.

Schon durch den langen, dreiwöchigen Aufenhalt hier in Sydney, das AirBnB-Appartment statt Hotel, die Aktivitäten, die ich mit Sydneysidern zusammen  gemacht habe, habe ich viel Neues erfahren und gelernt. Aber definitiv die spirituellste Erfahrung und die tiefgehendste Erfahrung war eine sechsstündige Wanderung mit einem Aborigine, Evan, durch das Gebiet seines Clans in den Blue Mountains.

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Evan am Fuße eines Wasserfalls im Regenwaldgebiet des Trails, den wir gewandert sind.
http://www.bluemountainswalkabout.com

Evan bietet die Wanderung für Individualreisende wie mich oder Gruppen an, wobei seine Wandergruppe an einem Tag immer nur max. 10 Personen umfasst. An dem Tag, an dem ich mich angemeldet hatte, war ich bei 33 Grad die einzige. So genoss ich eine Privatführung.
Evan erzählte mir viel über das traditionelle Leben seines Clans, das ja dann mit Ankunft der Engländer im späten 18. Jahrhundert ausgelöscht wurde. Erstens durch Gefangennahme, aber vor allem durch von den Engländern eingeschleppte tödliche Krankheiten.
Sein Clan, die Darug, lebten sehr im Einklang mit der Natur, mit den Tageszeiten, der Mondphase, den Jahreszeiten, nutzte Nahrungsquellen wie Beeren, Früchte, Pflanzen, Nüsse, Eier, Vögel, Fische, Wallabes und Rinder. Vor allem aber spielte die Spiritualität, die sogenannte Dreamtime, eine große Rolle. Es würde jetzt hier zu weit führen, die Dreamtime zu erklären, aber es steckt eine Menge Weisheit dahinter wie Achtsamkeit der Natur, anderen Lebewesen und sich selbst gegenüber, Akzeptieren des Lebens mit seinen Phasen, seinen Hochs und Tiefs, Akzeptieren der eigenen Gefühle, alles Leben unterliegt einem Kreislauf aus Entstehen, Dasein, Zugrundegehen und nur so wird Neues möglich. Achte auf deine Sinneswahrnehmung und deine Gefühle, betone nicht so sehr das Denken.

Wir laufen auf einem schmalen Pfad in den Blue Mountains. Meine Füße haben in Wanderschuhen festen Halt. Die Darug jedoch wanderten immer barfuß, um die Erde zu spüren. Wir reden über das Leben. Wir sitzen in Felshöhlen. Ich fühle mich beschützt und behütet. Wir laufen durch Buschland und Regenwald. Zweige fahren über Gesicht, Arme und Beine. Wir fühlen Blätter von Büschen zwischen den Fingern an. Einige sind hart und stechend, andere fühlen sich weich an. An Eukalyptusbäumen tritt an der Rinde des Red Gum eine rötliche Flüssigkeit aus. Sie klebt etwas und  ist geelartig. Sie soll Wunden heilen, wenn man sie aufträgt. Wir riechen den Duft zerriebener Blätter. Am besten gefällt mir ein zitroniger Geruch und der Eukalyptusgeruch der Blätter, die leicht zerreiben und in meine Nasenlöcher gesteckt habe. Wir hören verschiedene Vögel singen. Der Kookaburra lacht eher, als dass er singt, in etwa so wie er heißt. Der Leierschwanzvogel kann wie ein gespanntes und zurückschnellendes Gummiband machen. Ein Papagei kreischt schrill. Wir sehen am Stamm der hohen Eukalyptusbäume hoch in den blauen Himmel. Mir wird dabei etwas schwindelig.  Am Boden raschelt es leicht. Eine Eidechse huscht ins Unterholz. Wir essen eine säuerliche rote Beere.

Ich komme mit der Regenwaldwanderung sehr nah an meine körperlichen Grenzen. Im Flussbett glitsche ich auf nassen Felsen aus, bei Höhenunterschieden muss ich mich auf meinen Popo herablassen. Ich habe Höhenangst. Evan zeigt mir Wege, hilft mir aber nicht. Ich soll es alleine schaffen. Am Ende ernte ich ein anerkennendes „Well-done“ von Evan und auch von mir selbst. Ich bin mal ganz im Hier und Jetzt, kann gar nicht zu viel denken, ob all der anderen Dinge, die ich höre, sehe,.., tue, beachte.
Da wir modernen Menschen ja nicht alle Busch- und Regenwald-Walkabouts machen können, um uns mit der Natur zu verbinden und gesund zu bleiben, besprechen wir auch Möglichkeiten, Erfahrungen mitzunehmen und zu übertragen ins moderne Leben.

Ich nehme mir vor, mich durch Fühlen, Gehen, Hören und Schmecken der Natur öfter zu erden. Ich nehme mir vor, öfter zu fühlen und zu beobachten als zu denken.

Beeindruckend und inspirierend war es auf jeden Fall mit Evan.

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Papagei bei Blue Mountains Walkabout
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Lyrebird, deutsch Leierschwanzvogel
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Sandsteinhöhle/ Aborigine Walkabout

 

Ja, und dann zurück nach Sydney ins moderne Leben. In 1,5 Stunden Eisenbahnfahrt.

Welch ein Kontrast.

Das Sydney der Kolonialzeit:

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Koloniale Architektur in der Oxford Street, Darlinghurst
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Viktorianisch und modern Glas und Stahl, anything goes
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Hochhäuser in The Rocks, vorn der Fährhafen Circular Quay

 

Und ich verbinde mich am nächsten Tag im Hier und Jetzt mit Mutter Erde, lege mich flach an einen schönen Strand, Queens Beach, höre den Wellen, den Zikaden und den Vögeln zu, spüre den Schatten des Baums, unter dem ich glücklicherweise bei den heutigen 41 Grad liege…

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Annehmlichkeiten des heutigen Lebens

 

Mit diesem Blogbeitrag nehme ich an einer Blogparade „Slow Travel – Wider den To-do-Listen!“ teil.
Ich mag langsames Reisen, sich treiben lassen, sehen, was kommt. Ich habe nie eine To-do-Liste auf Reisen. Gerade wenn ich alleine unterwegs bin, schaue ich öfter auf den Stadtplan oder verlaufe mich. Daraus haben sich schon supernette Gespräche ergeben und ich habe Dinge gesehen, die ich sonst nie kennengelernt hätte.
Veranstaltet wird diese Blogparade von einem Blog, den ich sehr gerne lese: 1Thingtodo.de.
Folgst du diesem Link, so kommst du zur Blogparade von 1Thingtodo. Viel Spaß.

 

 

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Sydney. Fotos

Ich dachte, ich schreibe mal einen Blogbeitrag, der vor allem aus Fotos besteht. Und kleinen Kommentaren zu den Fotos 🙂

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Das Sydney Opera House illuminiert in den Farben Frankreichs, um die Solidarität zu bekunden und die Anteilnahme, die Australien für Frankreich und ganz Europa empfindet angesichts der schockierenden und menschenverachtenden Anschläge in Paris.
Ich habe mittlerweile mit mehreren Sydneysidern über die Anschläge gesprochen und die Anteilnahme ist sehr groß, auch der Schock und das Ausgeliefertsein-Gefühl gegenüber dem weltweiten islamistischen Terror. Alle toleranten und freiheitlich demokratischen Länder müssen jetzt zusammenstehen, ist die Botschaft.

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Statt der Flagge von New South Wales weht für ein paar Tage die französische Flagge neben der von Australien auf der Sydney Harbour Bridge.

 

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These boots are made for walking….
….not for the Sydney Opera House!
Warum ich sie trotzdem ins Opera House anziehen musste?
Das kam so:

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Der Spit-Bridge to Manly Scenic Walkway erwies sich als etwas länger als erwartet oder vielleicht war ich wegen der vielen wunderschönen Ausblicke auch etwas langsamer als erwartet und da wäre jedes unnötige Bus-Hin-und-Herfahren nur unentspannt gewesen, also in Wanderklamotten, aber entspannt, abends ins moderne Ballett 20:21, das, wie erwartet, hervorragend war.

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North Head links und South Head rechts im Bild markieren die Hafeneinfahrt nach Port Jackson, der langgestreckten Einfahrt nach Sydney Harbour. Vom Manly Scenic Walkway schön zu sehen.

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Fisch. Felsgravierung des Volkes der Dhalawara Ureinwohner: ca. 2000 Jahre alt.

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Water Lizard nannten meine australischen Wanderbekannten diese Echse. Und das Paar wartete geduldig, bis ich dieses Foto klar gemacht hatte.

Die nächsten Fotos sind ganz woanders aufgenommen. Während Manly und die Spit Bridge noch Stadtgebiet von Sydney sind, habe ich nächsten Tag mit der CityRail einen Ausflug in den Royal National Park unternommen.

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Jetzt wird es richtig ländlich. Das ist ein Blick auf Bundeena im Royal National Park, dem ältesten Nationalpark Australiens.

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Jibbon Head im Royal National Park. Hier wehte ein starker Wind vom offenen Meer heran.

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Busch- und Heideland auf dem Jibbon Head Rundweg. Diese Landschaft in der sehr warmen Sonne (ohne Sonnenhut, wie konnte ich den zu Hause lassen?) ließ mich von weiteren Buschwanderungen, die ich eigentlich geplant hatte, absehen und statt dessen den Nachmittag am warmen und windigen Jibbon Beach genießen. Ich habe zwar weniger gesehen und erwandert, aber war wesentlich gechillter.

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Leider hatte ich keine Badesachen und so konnten wieder nur die Füße baden.

Dafür habe ich heute in Sydney an dem, wie ich finde, sehr schönen Shark Beach geschwommen. Hier sind auch Hainetze, obwohl es vor über 20 Jahren den letzten Haiangriff in Sydney gegeben hat. Das Wasser war kalt, aber erfrischend bei den 30 Grad Außentemperatur heute. Nun bekomme ich nach vielen wechselhaften Tagen doch noch supersonniges Wetter hier. Man muss nur Geduld haben und lange genug bleiben 🙂

Und so beim Wandern fließen auch die Gedanken und ich weiß, was ich auf jeden Fall für ein Glücksgefühl brauche: Natur, Bewegung, Wärme, nette Menschen um mich herum, Kultur und das Gefühl, irgendwie etwas Sinnvolles zu tun (sinnvoll für mich selber oder auch für andere, ich bin ja nicht immer allein auf Reise…)
Außerdem, und so schließt sich der Kreis dieses Blogs, muss man jeden schönen Augenblick, den man auf dieser Welt erleben darf, genießen.

 

 

Sydney. 4..3..2..1..viele

Syney. 4 herrliche Strände abseits vom Trubel

Wenn man nicht zum Surfen an einen Strand kommt, sondern zum Entspannen, so sind die vollen Surferstrände Bondi Beach und Manly Beach eher nicht so günstig. Super goldgelben Sand hat der kleine Camp Cove in Watson’s Bay. Sehr ruhig und idyllisch und ausgestattet mit einem wirlich netten kleinen Beachcafé ist Shark Beach in Vaucluse und ebenso idyllisch ist auch der Parsley’s Beach dort. Und zwischen Bondi und Coogee Beach liegt eine kleine geschützte Sandbucht namens Clovelly Beach. Die habe ich auch ins Herz geschlossen. Wobei ich ehrlich gesagt sagen muss, dass mir das Wasser bisher mit 18 Grad zu kühl zum Baden war, aber für meine Füße war es wundervoll erfrischend.

Camp Cove
Camp Cove
Shark Beach
Shark Beach

Sydney. 3 wundervolle Walking Trails

Syney ist ja nicht nur eine moderne Großstadt mit Architektur aus der Kolonialzeit und Hochhäusern aus Beton,  Glas und Stahl, sondern hat auch sehr Wasser und sehr viel Grün, im Stadtgebiet und in den Nationalparks drumherum.
Im Stadtgebiet gefällt mir der Hermitage Foreshore Walk zwischen Watson’s Bay und Rose Bay sehr gut. Es ist ein entspannter Weg immer an der Küste entlang und macht richtig Spaß. In meinem Tempo dauerte er so ca. 2 Stunden.

In Nationalpark Blue Mountains habe ich den Prince Henry Cliff Walk ab Katoomba bis Leura erwandert. Dauer ca. 3 Stunden. Nachdem man die Touristenbusgruppen an den Three Sisters in Katoomba erfolgreich hinter sich gelassen hat, beginnt ein halbschattiger Wanderweg ohne große Höhenunterschiede, also sehr entspanntes Wandern mit vielen Ausblicken auf die Berge, die ausgedehnten Eukalyptuswälder und Wasserfälle.

Mount Solitary in den Blue Mountains
Mount Solitary in den Blue Mountains

In Nationalpark Blue Mountains habe ich außerdem einen ganz andersartigen Wanderweg erwandert, den Charles Darwin Walk ab Wentworth Falls. Er geht immer entlang des Jamison Creek, eines kleinen Bachlaufs mit entspanntem Wasserplätschern. Man wandert durch Buschland, das auch sicher vor einiger Zeit mal abgebrannt ist, so dass grüne niedrige Pflanzen nachwachsen können. Sehr hübsche Blumen am Wegesrand, Eidechsen und sehr wenige Mitwanderer, so dass man über längere Strecken nur das Wasserplätschern hört. Very relaxing.

Charles Darwin Walk
Charles Darwin Walk

Sydney.  2 Grenzerfahrungen

Meine erste Grenze, mit der ich nicht gerechnet hatte, ist mein Englisch. Ich habe es immer für ganz gut gehalten. Aber sowohl beim Kochkurs (letzter Blogeintrag) als auch bei mehrern Handygesprächen mit meiner Vermieterin in Sachen nicht funktionierendes WiFi kam ich deutlich an meine Grenzen, das Aussie-Englisch zu verstehen. Zumal meine Vermieterin immer parallel auf der anderen Leitung mit der Telefongesellschaft sprach. Ich habe zeitweise gar nichts mehr verstanden.

Mein Unit in Paddington.
Mein Unit in Paddington.

Zweite Grenze ist eben dieses nicht funktionierende WiFi. Ich hätte nicht von mir gedacht, dass ich so abhängig von funktionierendem Internet bin. Ich brauche es! Und da ich Roaminggebühren zu hoch finde, brauche ich WiFi. Ich halte über whatsapp Kontakt zu meiner Familie und engen Freunden. Ich schlage das Wetter und vor allem Bus- und Fährenfahrpläne im Internet nach. Es gibt sie in Sydney nicht mehr gedruckt. Ich recherchiere, buche, verwerfe, recherchiere neu, plane, organisiere. Ich möchte etwas von dieser Stadt sehen, möchte Sydneysider kennenlernen, möchte etwas unternehmen, möchte etwas Neues lernen. Ohne Internet scheint das plötzlich unmöglich. Reiseführer sind gut, aber nicht alles.

Sydney. 1 Ballettwerkstatt im Sydney Opera House

Ballettwerkstatt heißt es in meiner Heimatstadt Hamburg und es ist fast unmöglich, als Nichtabonnent Karten zu bekommen.
Behind the Scenes heißt es in Sydney und ich habe eine Karte bekommen.
Wir sehen ein öffentliches Training, bei dem wieder mal klar wird, dass Ballett harte Arbeit ist und alles, was so leicht aussieht, viel Übung erfordert und Kraft kostet. Und wir sehen eine Szene aus dem klassischen Ballett „Sleeping Beauty“, das jetzt kommen wird. Leider bin ich da schon weg.
So besorge ich mir denn noch eine Karte für das aktuell laufende moderne Ballett 20:21. Ich mag Ballett aus Ausdrucksform für Gefühle, Stimmungen und Inhalte.

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Sydney. Viele Tiere im Taronga Zoo

Ich liebe Zoobesuche in anderen Städten. Man sieht andere Tiere und andere Arten, Tiere im Zoo zu halten. Der Taronga Zoo ist sehr grün und naturnah gestaltet und gefällt mir gut. Und die australischen Tiere wie Wombats und verschiedene Arten von Wallabes und den Tasmanian Devil und die Diamond Python namens Ruby schließe ich sofort in mein Herz. Giraffen gefallen mir immer, Elefanten auch und das Hippo taucht für mich sogar aus dem Wasser auf. Ein herrlicher Tag.

Tasmanian Devil
Tasmanian Devil
Giraffe vor Kulisse Sydney City
Giraffe vor Kulisse Sydney City

Sydney. Viele nette Menschen

Ich habe so viele nette Menschen getroffen und gesprochen, allen voran meine AirBnB-Appartment Vermieterin, die mir so mit dem WiFi-Problem hilft. Dann eine Frau auf der Straße, die ich nach dem Weg gefragt habe und daraus entspann sich eine 20minütige Unterhaltung über Gott und die Welt. Oder eine supernette Frau, die ich beim Warten auf die Massage kennengelernt habe, die Australierin ist und Deutschland liebt und mit der ich sofort wie mit einer guten Freundin spreche. Oder die supernetten Leute in der Pilatesgruppe, die ich mir gesucht habe. Ich mache so was ähnliches wie Pilates zu Hause auch und wollte mal sehen, wie es hier so ist und wollte in Kontakt kommen zu Sydneysidern. Das hat auch geklappt. Ich bin jetzt zweimal da gewesen und habe jedes Mal tolle Tipps bekommen, was man noch so jenseits des Mainstreams unternehmen könnte. So sieht man denn auch gleich mal, wie einige Menschen so ihren Samstagvormittag verbringen, nämlich im Community House von Paddington bei der Open Class Pilates. Oder beim Joggen oder Fahrradfahren im Centennial Park oder oder oder.

Community House Paddington
Community House Paddington

Sydney. 5 wunderbare Orte

5 wunderbare Orte in Sydney und 5 bezaubernde und bereichernde Erfahrungen:

  • Sydney Opera House
    Mein Konzerterlebnis live: Audra McDonald sings Broadway.

    Audra McDonalds Stimme ist bezaubernd, umso mehr, wenn sie durch das Sydney Symphony Orchestra begleitet wird und phantastische Lieder aus Broadway-Musicals und -Filmen singt. Die Akustik in der Concert Hall gefällt mir, ebenso wie das gemischte Publikum, das man wirklich unter das viel zitierte australische Credo „anything goes“ stellen könnte. Der eine geht in Freizeitklamotten, die nächste im Cocktailkleid, die nächsten in ihrer Schuluniform; die eine allein, die anderen in homo- oder heterosexuellen Paaren, die anderen als Schulklasse. Anything goes.

    Audra McDonald sings Broadway
    Audra McDonald sings Broadway
  • North Head Santuary

    Mein Naturerlebnis der besonderen Art:
    Auf dem Nature Trail bei Blue Fish Point begegnete mir ein Eastern Water Dragon, ein australischer Wasseragame. Leider wusste er nicht, dass ich ihn gerne noch fotographieren wollte und verschwand schnell im Gestrüpp. Und es begegnete mir zusammen mit einer Gruppe anderer Wanderer eine Lizard Snake. Eine andere Frau und ich legten eigentlich gar nicht so viel Wert auf diese Begegnung, als uns ein Mann erklärte, dass es sich um eine Eidechse handelt, die nur aussieht wie eine Schlange, da sie keine Beine hat.

    am North Head, Sydney
    am North Head, Sydney
  • Art Gallery of New South Wales

    Es gibt großartige Menschen in Sydney. Und so einer lief mir in Person eines Museumsangestellten über den Weg, den ich nach einem Audiosystem fragte, das „Director’s Choice“ heißen sollte nach Information meines Reiseführers. So ein Audiosystem gibt es aber leider nicht. Der junge Museumsangestellte schlug mir vor, seine Kollegin nach einem Audiosystem auf dem ipod zu fragen, das diese gerade für die aktuelle Asienausstellung konzipiert hatte, aber noch nicht freigegeben hatte. Ich könnte ja dann gleich mal Rückmeldung geben, wie ich als Besucher den Rundgang fände. Gesagt, getan. Der Rundgang ist wirklich klasse. Eine historische Arbeit zu einem Thema wird jeweils einer zeitgenössischen gegenübergestellt und erläutert. Tiefer Zugang zu asiatischer Kunst von gestern und heute. Und die Rückmeldung freute das Museum genauso wie mich die unkonventionelle Unterstützung. Win-win, würde ich sagen.

    Art Gallery of New South Wales
    Art Gallery of New South Wales
  • Waverley Cemetery bei Bronte Beach

    Ein Friedhof hoch über dem tosenden türkis- bis tiefblauen Meer, in Bestlage an der Küste – das könnte für jemanden wie mich, der nicht an Wiedergeburt glaubt, eine schöne letzte Station sein. Ich habe mich in der Art Gallery of New South Wales schon mit lebensexistentiellen Fragen nach Leben im Fluss, in Veränderung, mit der Notwendigkeit von Wurzeln und Perspektiven beschäftigt (da die Kunst der Aborigines sehr stark in solchen Themen fußt). Und nun nächsten Tag dieser schönste aller Friedhöfe…

    Waverley Cemetery
    Waverley Cemetery
  • Sydney Fish Market: Sydney Seafood School

    Heute habe ich mich denn wieder lebenspraktischen Themen zugewandt und zwar einem von meinen Lieblingsthemen, dem Essen. Erstens, weil mich das Zubereiten von Seafood interessiert, zweitens da ich  ja auf dieser Reise immer mal was Neues machen wollte und drittens, um Sydneysider kennenzulernen, habe ich mich zu einem Kochevent in der Sydney Seafood School angemeldet. Es hat unwahrscheinlich viel Arbeit gemacht, es hat unwahrscheinlich viel Spaß gemacht, in meiner Gruppe von fünf Leuten fünf Gänge  zu kochen, wir haben unwahrscheinlich tolle und leckere Ergebnisse produziert und wir haben unwahrscheinlich nette Gespräche bei gemeinsamen Essen am Ende gehabt.IMG_3569 1446975402784-1313053857

Sydney. How it all starts…

How does it all start?

Mit einem 13,5 Stunden-Flug von Dubai nach Sydney in der billigsten Buchungsklasse von Emirates. Danach hat man sich Urlaub auch verdient.
3 Wochen Sydney liegen vor mir 🙂 3 Wochen Leben in einem über das Buchungsportal AirBnB gemieteten Apartment, oder Unit, wie die Australier sagen. Die Freundin meiner Vermieterin ist nett und da sie mit Putzen noch nicht fertig ist, klönen wir noch ein bisschen, während sie Betten bezieht und ich mit Jet-lag etwas durchhänge. So erhalte ich gleich noch die besten Insider-Tipps für Sydney und eine Einladung zum Dinner obendrauf. Ein guter Start, wie ich finde.

Typische viktorianische Terrace Houses in Paddington
Typische viktorianische Terrace Houses in Paddington

Sydney macht nach den ersten vier Tagen den Eindruck einer offenen, toleranten, freundlichen, sauberen und multikulturellen Stadt. Ach ja, sportlich habe ich vergessen. Jogger, Baseballspieler, Lawn Bowler, Fußballer, Tennisspieler, Segler, Surfer, Schwimmer, Radfahrer habe ich schon gesehen, vor allem Joggen erfreut sich enormer Beliebtheit.

Salzwasserpool Bronte Beach
Salzwasserpool Bronte Beach
Jogger am Farm Cove
Jogger am Farm Cove

Und kulturbegeistert muss unbedingt auch erwähnt werden. Im Oktober/November gibt es zwischen Tamarama und Bondi Beach eine Ausstellung „Sculptures by the Sea“, bei der Künstler ihre verschiedenartigsten Skulpturen entlang des Coastal Walk ausstellen. Das war natürlich gleich mein erstes Ziel am Tag nach der Ankunft – die Verbindung aus Meer und Kunst, das ist ja wie direkt auf mich zugeschnitten. Es war auch super. Da ich an einem Sonntag da war, war der Coastal Walk stellenweise schwarz vor Menschen.

Scuptures by the Sea, meine Lieblingsskulptur
Scuptures by the Sea, meine Lieblingsskulptur

Feierfreudig sind die Sydneysider auch. So wurde von Kindern und Erwachsenen Halloween an meinem Ankunftstag phantasievoll gefeiert und heute war Melbourne-Cup Pferderennen-Übertragung in den Pubs in Paddington, wo ich wohne und nachmittags spazieren ging. Menschentrauben abendgarderobemäßig gekleideter Menschen in den Pubs, die Damen alle mit High Heels und Hüten. Sehr britisch.
Ansonsten  versuche ich hier, ein bisschen Langsamkeit zu leben. Ist sehr schwer für mich, denn mein Unruhegeist kommt selten zur Ruhe. So habe ich, ausgebremst durch einen blöden Schnupfen, mich langsam an die Hauptsehenswürdigkeiten Sydney Opera House, Sydney Harbour Bridge und die Royal Botanic Gardens herangeschlichen.

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Sydney Opera House und Harbour Bridge
Royal Botanic Gardens
Royal Botanic Gardens

Und die absolute muskuläre und mentale meditative Entspannung habe ich heute erlebt bei einer hawaiianischen Massage. Ich wollte auf dieser Reise ja etwas Neues ausprobieren. So meldete ich mich sehr spontan zu einer Ka huna Massage in der Oxford Street in einem Studio für hawaiianische Massage an. Ich war gespannt. Kein Yoga, kein Achtsamkeitstraining, keine Atem-Meditation, keine Massage haben es bisher vermocht, Körper und Geist in solch einen meditativen Zustand zu versetzen. Ich denke immer und das lässt sich auch nur schwer abschalten, aber die Atmung und die Stimme der Therapeutin und natürlich ihre Hände wirkten sehr ganzheitlich. Wieder um eine wunderbare Erfahrung reicher.