Madeira. Einzigartiges und Kurioses.

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Einzigartig, ja sogar endemisch, auf Madeira ist diese Pflanze.
Sie heißt „Pride of Madeira“ oder „Stolz von Madeira“. Im Deutschen findet man auch die Bezeichnung „Natternköpfchen“.
Ich habe sie während einer Levada-Wanderung endeckt. Der Blütenstand kann bis zu 1,20 cm hoch werden. Auf dem Foto ist er umgefallen und liegt so halb. Die zarten blau-lila Blüten sind kennzeichnend für die Pflanze, die vor allem im Lorbeerwald auf mittlerer Höhe wächst.

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Einzigartig auf Madeira und in Lissabon und in Portugal ist dieses Törtchen.
Nata heißt es.
Und man kann sich der Köstlichkeit nicht enziehen, auch wenn man, wie ich, sonst gar kein Kuchenfan ist.
Man beißt rein: Knuspriger Blätterteig auf der Zunge. Er verbindet sich mit der weichen und im besten Falle noch leicht warmen Vanillecreme zu einem Gesamterlebnis. Oben auf der Vanillecreme ist eine süße, etwas nach Karamell schmeckende, dünne feste Schicht. Großartig.

Marcel Proust schreibt in „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“: „In der Sekunde nun, als dieser mit dem Kuchengeschmack gemischte Tee meinen Gaumen berührte, zuckte ich zusammen und war wie gebannt durch etwas Ungewöhnliches, das sich im mir vollzog. Ein unerhöhrtes Glücksgefühl, das ganz für sich allein bestand und dessen Grund mir unbekannt blieb, hatte mich durchströmt.“  – so geht es mir mit einem Nata und einem Espresso 🙂

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Einzigartig auf Madeira und für mich etwas kurios ist die große Verehrung des Fußballers Cristiano Ronaldo.
Er ist auf Madeira geboren und hat hier seine Fußballkarriere begonnen. Momentan spielt er für Real Madrid und in der Nationalmannschaft von Portugal.
Der ganze Stolz der Insulaner gilt ihm:

Es gibt eine Bronzeskulptur mit seinem Abbild am Kreuzfahrthafen von Funchal.
Ein beliebtes Foto- und Selfie-Motiv.
Direkt daneben ist ein Museum ihm zu Ehren, das CR7 Museum.
Und im gleichen Gebäude befindet sich ein Design Hotel mit seinem Namen, das CR7 Hotel.
Und zu guter Letzt soll Anfang April Madeiras Flughafen nach Cristiano Ronaldo umbenannt werden.

Und das für einen Mitte Dreißigjährigen, der noch lebt.

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Na ja. Wenn es schon eine Pflanze gibt, die „Stolz von Madeira“ heißt, warum soll es nicht auch einen Mann geben, der der „Stolz von Madeira“ ist 😉 ?

Madeira. Drei Tage – drei Highlights

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Donnerstag, 16. März 2017: Mein heutiges Highlight liegt im Altstadtviertel.

Im Altstadtviertel rund um die Rua Santa Maria haben lokale Künstler im Rahmen des Kunstprojekts artE de pORtas abERtas ganz normale Türen künstlerisch und sehr verschieden gestaltet. Das gefällt mir: Kunst im öffentlichen Raum und im Vorbeigehen.

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Freitg, 17. März 2017: Mein heutiges Highlight sind die Kamelien in den Palheiro Gardens.

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Ich liebe Kamelien. Sie sind so zart, haben so wunderschöne Farben. Sie haben so etwas Leichtes und Frühlingshaftes. Ich finde auch das Ballett „Die Kameliendame“ von John Neumeier und die Verdi-Oper „La Traviata“ großartig. Eine anrührende Geschichte von Leben und Tod, voll  Liebe und auch Enttäuschung. Die Kamelien in den Palheiro Gardens stehen in voller Blüte, teils fallen die schönen Blüten aber auch schon verwelkt ab. Das passt irgendwie zu dem Ballet und der Oper.

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Die Palheiro Gardens selber wurden in der heutigen Form 1885 von der britischen Weinhändlerfamilie Blandy im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegt.
Sie liegen etwa 9 km östlich von Funchal auf 600 m Höhe. Man kann von Funchal aus bequem in 20 min. mit dem Linienbus hinfahren. Tolle Ausblicke inklusive.

Auch Protea blüht dort momentan ( auch Zuckerbusch genannt ). Aber mein persönliches Highlight sind die Kamelien.

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Sonnabend, 18. März 2017: Mein heutiges Highlight ist eine Levada-Wanderung durch duftenden Eukalyptuswald.

Heute morgen schüttete es wie aus Eimern, als ich um 9 Uhr losging, um an einer geführten Wanderung durch das Serra D’Agua Tal und mit Blick auf den Encumeada Pass teilzunehmen.

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Ich bin mir sicher, dass ich allein heute meinen inneren Schweinehund nicht hätte besiegen können.
Unsere einheimische Wanderführerin hat später mehrere Leute zurückgeschickt bzw. vom Busfahrer ins Hotel zurückbringen lassen, weil sie keine passenden Schuhe anhatten. Wer wasserdichte Wanderschuhe hatte, war klar im Vorteil. Warum jemand auf so eine Wanderung bei solchem Wetter helle Wildleder-Schuhe anzieht, fragt man sich denn auch ernsthaft.
Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, mitzuwandern, weil wir entlang des Levada-Kanals durch Eukalyptuswald gewandert sind. Er hat wunderbar geduftet. So intensiv duftet es nur, wenn es nass und warm ist.

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Wir sind an dem  Häuschen eines Levadareiros vorbeigekommen. Das ist ein Wasserwärter, könnte man sagen.  Er regelt die Wasserversorgung der Levadas seines Gebiets, ähnlich wie bei einer Schleuse. Und er ist auch für die Wasseraufbereitung zu Trinkwasser zuständig. Levadareiro ist ein angesehener Beruf auf Madeira. Vor der Tür sieht man Eduardo stehen. Er ist schon 30 Jahre lang Levadareiro.

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Zum Ende der Wanderung kam sogar die Sonne nochmal ein bisschen raus.

Mein Highlight des heutigen Tages jedoch bleibt der Duft nach Eukalyptus im Eukalyptuswald.

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Madeira. Wanderung und mehr.

„Madeira ist die Blumeninsel“, sagten einige Freunde von mir, als ich von meiner Reise erzählte.
„Auf Madeira muss man wandern“, sagten andere.

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Das mit der Blumeninsel stimmt auf jeden Fall.
Selbst jetzt im März schon, der eigentlich noch zum madeirischen Winter zählt, blühen Bougainvilla, Mittagsblumen, Ringelblumen, Strelitzien, Begonien, Weihnachtssterne als große Büsche, Hibiscus, Magnolien, Azaleen und Rhododendren.  Und an Wildblumen Mimosen, Mädesüß, Calla, Ginster, Fetthenne.
Bestimmt habe ich etwas vergessen, aber Anspruch auf Vollständigkeit wird ja auch nicht erhoben.

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Das mit dem Wandern stimmt auch auf jeden Fall.
Ich hatte für heute eine Wanderung gebucht. Mit einem lokalen Anbieter und einheimischen Wanderführern. Viereinhalb Stunden sollte sie dauern. Plus Pause.
Hier auf Madeira führen viele Wanderwege entlang von „levadas“, so kleinen Mini-Kanälen, die schon im 15. Jahrhundert angelegt wurden, um Wasser zur Trinkwasserversorgung und zur Felderbewässerung vom regenreichen Norden zum landwirtschaftlich geprägten Süden zu leiten.
Neben diesen Wasserkanälen laufen meist schmale Wege, die heute gern als Wanderwege genutzt werden.
Ich wollte durch Lorbeer- und Eukalyptuswälder am Ribeiro Frio wandern.
Soweit, so geplant. Aber es kam anders, denn getreu nach der Moral von der Geschicht meines letzten Blogbeitrags „Trau dem Wetter nicht!“ war heute Regen in den Bergen, starker Regen und die Wolken hingen so tief, dass man nicht sehr weit gucken konnte. Und das Ganze bei 4 Grad Celsius.
Unsere Wanderführerin hatte zum Glück Plan B und schlug vor, nicht in den regenreichen, auf der Nordseite vom Riberio Frio gelegenen Lorbeerwäldern zu wandern, sondern statt dessen lieber ein anderes Ziel im Südosten Madeiras anzusteuern. Niemand von uns zwölf Wanderern war dagegen.Was bei so einer gemischten Gruppe ja, glaube ich, auch nur bei solchem Schüttregen passiert.

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So habe ich eine spannende Gegend im Tal der Mimosen bei Marocos und Machico kennengelernt.
Hier gab es nur Regenschauer und es war 12 Grad Celsius warm.
Mimosenbäume hatte ich auch noch nie gesehen. Sie stehen momentan in voller hellgelber Blüte. Immer entlang der Levada de Marocos gab es außerdem interessante Einblicke in das frührere und momentane landwirtschaftliche Leben auf der Insel. Es ist mühsam. Die kleinen, terrassenförmig in die Berge eingearbeiteten Felder werden von Hand bewirtschaftet und oft ist die nächste Straße so weit weg, dass die Ernteerzeugnisse zu Fuß eine ganze Strecke getragen werden müssen.

Was haben wir wachsen sehen?

Auf den Feldern wächst derzeit Kohl, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Mais, Erbsen, Stangenbohnen, Lupinen, Wein und Zucchini sowie Zuckerrohr.
An den Bäumen wachsen derzeit Papaya, Avocados, Melonenbirnen, Guaven, Bananen, Mispeln.

 

Die Arbeit der Bauern ist so schwer und uneinträglich, dass viele eisern sparen, um ihre Kinder zur  Universität in Funchal oder in Portugal oder in England schicken zu können.
Wer weiß, wie lange noch nach England. Der Brexit kommt überall hin, auch hierher auf Madeira.

Unsere Levadawanderung war 12,5 km lang und leicht zu gehen. Wir haben vier Stunden plus Pause gebraucht und viel Spaß gehabt. Dazu haben auch die Regenponchos beigetragen, die unser netter Busfahrer an diejenigen verliehen hat, die nicht profimäßig ausgerüstet waren. Sie blähen sich im Wind auf wie Segel, Segel mit Kapuze obendran.
Und deshalb haben wir sie ausgezogen, sobald ein Regenschauer vorbei war. Kaum geknüllt in den Rucksack verstaut, gab es den nächsten Schauer…

Und die Moral von dieser Geschicht‘: Madeira ist sehr grün. Wenn’s nicht regnen würde, wär’s ja graubraun!

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Funchal. Wind und Garten.

Ich bin gerade mal wieder auf einer Ich-komme-zu-mir-selbst-Alleinereise.
Dieses Mal habe ich mir Madeira ausgesucht.

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Nun ist es ja so, dass man als Norddeutsche durchaus Wind gewohnt ist.
In Hamburg kennt man die frische Brise genauso wie beispielsweise auf Sylt, wo ich schon öfter mehr als acht Windstärken erlebt habe.
Auf Madeira jedoch habe ich es irgendwie mit dem Wind:

Gestern hätten wir um ein Haar nicht auf dem Flughafen Madeiras landen können, da starke und böige Winde herrschten. Der Pilot flog eine Stunde lang Kreise über der Insel, um einen günstigen Moment abzupassen und zu landen – auf einer wohl sowieso nicht einfachen Landebahn. Vor uns mussten zwei Flugzeuge durchstarten und auf der Nachbarinsel landen.

Und heute wollte ich mich meiner Höhenangst stellen und mit der Seilbahn vom Bergort Monte oberhalb der Hauptstadt Funchal wieder runter nach Funchal fahren – da war der Betrieb am frühen Nachmittag bis auf Weiteres ausgesetzt wegen böigen und heftigen Winds.
Der spontan gefasste und umgesetzte Plan B hieß: Linienbus.
War auch viel billiger als die Seilbahn.

Die Germania Maschine aus Hamburg war das einzige Flugzeug gestern Mittag auf dem Flughafen Santa Cruz.

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Und im Bus habe ich auch keine Höhenangst…

Und warum musste ich unbedingt von Funchal da hoch nach Monte?

Gärten.

Ich liebe es, in fremden Städten oder Regionen, botanische und oder sonstige Gärten zu besichtigen, genau wie Zoos, wenn es welche gibt.

Auf halber Strecke hoch liegt der Botanische Garten. Dorthin bin ich durch Wohnstraßen und untouristische Viertel gelaufen. Wandernd lernt man eine Gegend ja noch mal ganz anders kennen. Fazit: Liebevoll angelegt und gepflegt, es blüht allenthalben, Frösche quaken, sehr idyllisch und offenbar nicht von großen Touristenbussen angesteuert, was auch von Vorteil ist, vor allem, wenn man im Hafen von Funchal zwei riesige Kreuzfahrtschiffe liegen sieht…

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Und in Monte gibt es noch einen Garten, der reizvoll erschien. Der Tropische Garten Monte Palace.
Er ist etwas skurril, wie ich finde.
Es gibt ein palastänliches Gebäude von 1897 und sonst noch so manche Verrücktheit eines reichen Mannes, der den Spleen hat, sich am felsigen Berg einen Garten errichten zu lassen. Und nicht einen Garten, sondern mehrere Gärten sozusagen. Es gibt einen chinesischen Garten, einen japanischen Garten, einen einheimischen Madeira-Garten, einen Azaleen- und Rhododendrongarten, Wasserfälle, Teiche mit Koi-Karpfen, viele verschiedene Azulejo-Bilder aus mehreren Jahrhunderten, zeitgenössische afrikanische Skulpturen. Ein Wahnsinn. Unbedingt sehenswert, wenn man sich darauf einlässt.

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Und wieder unten in Funchal gab es erstaunlicherweise wenig Wind, dafür aber einen schönen Regenbogen.

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Und die Moral von der Geschicht‘: Trau dem Wetter nicht!