Das italienische Essen

Ich gebe es zu: Ich esse sehr gerne und deshalb muss ich einfach noch einen kurzen Blog mit einem Loblied auf das italienische Essen schreiben.
Ich liebe die italienische Küche. Und was ist das Besondere an Kampanien?

Erstens der Büffelmozarella. Vergiss alles, was hier in Deutschland Büffelmozarella heißt. Der Büffelmozarella in Kampanien ist kräftig aromatisch, fest und ein bisschen krümelig und wer einmal ein Caprese damit gegessen hat, ist infiziert.

Zweitens die Zitronen. Aus Zitronen und Limonen wird der für Kampanien typische Limonenlikör gemacht. Konnte ich nicht probieren, da ich momentan keinen Alkohol trinke. Aber darüberhinaus gibt es Limonenbonbons, Limoneneis und viele Gerichte mit Limone. So genoss ich ein Scaloppini al Limone, also dünnes Kalbfleisch in Limonensauce, es war köstlich.

Risotto. Passend zur Jahreszeit aß ich ein Risotto mit Kürbis. Interessante und leckere Komposition.

Und das frische Brot. Frisch gebackenes Ciabatta, Kräuterbrot, dunkles  Ciabatta finde ich fantastisch. Es hat eine krosse Rinde, weiches, luftiges Inneres, ohne zu kleben oder papsig zu sein. Ein Genuss.

In den kleinen Restaurants wird frisch gekocht, leicht, clever und vor allem lecker.
Da ich ein Genussmensch bin, liebe ich diese Küche und musste einfach darüber noch einen Blog schreiben!

Zitronenanbau im Fels
Zitronenanbau im Fels

Amalfi-Küste 27.09.2015

Als ich letztes Jahr in Neapel und auf Capri war, habe ich mir vorgenommen, dass ich einmal an die Amalfi-Küste fahren würde und nun habe ich es umgesetzt, spontan und für 6 Tage.

Was fasziniert mich?
Ich bin überwältigt von der Großartigkeit der Natur:  Felsen, teils bewaldet, teils für den Zitronen- oder Tomatenanbau terrassiert und genutzt, tiefe Täler, klare Gebirgsbäche, kleine in den Fels gebaute Orte und unter bzw. neben all dem das tiefblaue bis smaragdgrüne weite Meer! Wenn man an einem Ort demütig werden kann, dann hier!

IMG_3101 Amalfi-Küste
Amalfi-Küste

Und ich habe mehrere Abenteuer gemeistert und genau das will ich ja auch auf meinen Alleinereisen, ich möchte an Herausforderungen wachsen.
Mit Easy Jet nach Neapel zu fliegen, einchecken und einsteigen mit fast militärischem Drill und auch noch in der letzten Reihe zu sitzen, wo man am besten gar keine Beine hat, ist ja auch schon ein kleines Abenteuer, aber erst der Anfang.
Für mich war es ein echtes Abenteuer, alleine ein Auto zu mieten, das auch noch Automatik haben musste und im Dunklen den Weg von Neapel nach Atrani zu finden, die kurvige Küstenstraße zu meistern. Ich habe es geschafft und war ein bisschen stolz auf mich. Für andere mag das Pillipalle sein, für mich nicht.
Nachts hörte man in meiner kleinen Pension einen Gebirgsbach rauschen, so entspannt bin ich lange nicht aufgewacht und habe Wege erwandert. Ich bin nicht sehr gut im Kartenlesen, auch wieder so eine Herausforderung.
Das Wandern in der felsigen Bergwelt, durch Täler mit Wasserfällen und vorbei an Zitronenplantagen tat mir gut, körperlich ist es anstrengend und schwupp die wupp entspannt der Geist und die Seele baumelt tatsächlich!

Im Vallone del Ferriere bei Amalfi
Im Vallone del Ferriere bei Amalfi
Blick auf Amalfi
Blick auf Amalfi

Wegen Wadenmuskelkaters schlimmsten Grades musste ich zwei ruhigere Tage einlegen, einen mit einem Auto-Ausflug zu einer Grotte mit smaragdgrünem bis türkisblauen Wasser (natürliche Lichtreflexion durch einen kleinen Felsspalt), nach Praiano, einem niedlichen kleinen, sehr ursprünglichen Fischer- und Hafenort und Positano, einem hübsch bunt in den Berg gebauten Küstenort, der aber leider mondän daherkommt und voll ist mit reichen Engländern, Italienern und Japanern, die durch die Boutiquen flanieren, in 5- und 6- Sternehotels wohnen und das auch herzeigen.

IMG_3155 Grotta delle Smeraldo
Grotta delle Smeraldo
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Positano

Am zweiten Ausruhtag war ich in Maiori, wo es eine lange und schöne Promenade und einen für die Amalfi-Küste langen und teils sogar sandigen Strand gibt. Hier bestand die Herausforderung darin, sich im Auto zum Schwimmen umzuziehen, da es an dem kleinen öffentlichen Strand im Gegensatz zu den privaten Strandabschnitten keine Umkleidekabinen gibt. So ein Auto ist ja ein vielseitiger Helfer.

IMG_3204 Maiori
Strand in Maiori

Nach abgeklungenem Wadenmuskelkater konnte eine weitere Wanderung nach Ravello gehen. Ravello liegt auf dem Berg und bietet neben einem schönen Dom pittoreske Sträßchen und Plätze, aber vor allem zwei Villen mit mittelalterlichem Ursprung und wunderschönen Gärten. Und so einen ausgedehnten Garten in der felsigen und bergigen Umgebung anzulegen, erfordert bestimmt schon einiges. Dadruch dass die Villa Rufolo und Villa Cimbrone schon recht berümt sind,  musste ich mir Ravello mit einem Schwung amerikanischer Kreuzfahrttouristen teilen. Sie ergießen sich in Massen aus Bussen und haben wenig Zeit, dafür müssen aber umso mehr Fotos geschossen werden 😉

Garten Villa Cimbrone
Garten Villa Cimbrone
Ravello
Ravello

Zurück wollte ich mit dem Bus fahren, was sich aber mangels vorher am Automaten  gelösten Tickets als schwierig erwies, denn der Bus nahm mich nicht mit, der nächste fuhr in einer Stunde. Geduld und Warten sind nicht so meine Stärken, so wollte ich mal ein Stück runterlaufen und dann den Bus weiternehmen. Und da kam es zum nächsten Abenteuer, denn neben mir auf der Kurvenstraße bergab hielt ein Auto und der Fahrer sagte: „Amalfi?“ , ich antwortete „Atrani“, was auf dem Weg nach Amalfi liegt, aber noch näher dran und siehe da, ich fuhr das erste Mal in meinem Leben per Anhalter, mit einem freundlichen Italiener, der ausschließlich Italienisch sprach.  Man soll ja immer mal etwas Neues wagen, wobei ich gar nicht weiß, ob mir wegen des Fahrers  oder wegen des Autos, das in Deutschland bestimmt schon Jahre nicht mehr durch den TÜV gekommen wäre, mulmiger war. Und irgendwie hat es auch viel Spaß gemacht.
Fazit: Diese Reise hat mich glücklich und demütig vor der Großartigkeit der Natur gemacht.