Ludwigslust. Entschleunigung pur.

Manchmal liegen die schönen Dinge mitten auf dem Weg.
Man muss sie nur aufsammeln.

Auf etwa halbem Weg zwischen Hamburg und Berlin liegt der kleine Ort Ludwigslust.
Von Ludwigslust kannte ich bisher nur das Autokennzeichen: LWL.
Aber nun habe ich es ja, bildlich gesprochen, aufgesammelt, als ich von Hamburg nach Berlin mit dem Auto gefahren bin.  Und das hat sich gelohnt.

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Im historischen, von Backsteinhäusern geprägten, Kern von Ludwigslust gibt es Kopfsteinpflaster, was schon mal zur Entschleunigung beiträgt. Und es ist an einem Wochentag mittags so ruhig und so beschaulich, als sei die Zeit irgendwie stehengeblieben. Weitere Entschleunigung.
Mein Espresso wurde in Echt Weimaraner Kobalt blau Tässchen serviert. Schmeckt dann irgendwie auch nach Entschleunigung. Wegen des Goldrandes darf es bestimmt nicht in die Spülmaschine. Vielleicht hatte das Restaurant ja auch gar keine Spülmaschine? Ich sag ja, irgendwie ist die Zeit in Ludwigslust stehengeblieben.
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Und dann hat Ludwigslust noch ein barockes Schloss.
Von außen ist es sehr gediegen und vornehm. Von innen weiß ich es nicht, weil das Wetter zu schön für innen war.
Das Barockschloss wurde erbaut ab 1730 für den Prinzen Christian Ludwig als Jagdschloss.

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Das Schloss hat einen Schlossgarten, wie es sich für ein richtiges Schloss gehört. Und der Garten ist für jeden ohne Eintritt zugänglich. In England hätte ein solch schöner Garten mindestens 10 Pfund Eintritt gekostet. Und es wäre auch dreimal so voll gewesen. Ist etwa nichts wert, was nichts kostet?

Nicht weitersagen, damit es nicht dreimal so voll wird, aber der großzügige Landschaftsgarten mit Grotte, Teepavillion, Schweizer Haus, großen Sichtachsen und künstlichen Kanälen, mit Wasserspielen, Wald und Rosengarten ist wundervoll, erholsam, grün und abwechslungsreich.

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Im Halbschatten der hohen Bäume ist eine angenehme Spaziergehtemperatur, der Wind rauscht in den hohen Bäumen, zuweilen knarren die Äste, die Spiegelung auf dem Wasser lässt die Umgebung quasi doppelt wirken, das Wasser rauscht und plätschert leise. Da- ein leichtes Rascheln –  und ich sehe eine kleine braun-graue Maus durch die trockenen Blätter huschen:

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Zum Thema „Die Zeit ist stehengeblieben“ fällt mir noch ein: An einer Stelle roch es würzig und leicht süßlich, nach Waldmeister!
Waldmeister, da muss ich sofort an meine Kindheit in den 60igern und 70igern denken. Waldmeister-Eis!
Gibt es das eigentlich noch? Heute gibt es Tiramisu-Vanille-Himbeer oder Schokolade-Chili oder Kirsch-Mascarpone, aber das grüne Waldmeister, das ist so ziemlich verschwunden.

Weitläufige Wiesen locken rund um den Louisenteich mit Wiesenblumen, Schmetterlingen, Libellen, Grillen – und leider auch Mücken und Bremsen. Ich bin bedauerlicherweise darauf nicht eingestellt und kassiere Minimum sechs Stiche.

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Nach zweieinhalb Stunden Entschleunigung pur fallen die zwei noch vor mir liegenden zwei Stunden Autofahrt nach Berlin kaum ins Gewicht. Und das soll bei mir Nicht-gern-Langstrecken-Autofahrer schon was heißen…

 

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5 Gedanken zu “Ludwigslust. Entschleunigung pur.

    1. Euren Blogbeitrag dazu hatte ich auch gelesen und mir Ludwigslust ein bisschen vorgemerkt.
      Danke also für den Tipp.
      Wenn ich wüsste, wie ich am Tablet einen Link einfügen kann, hätte ich auch auf euren Blog verwiesen, aber irgendwie kriege ich Links am Tablet nicht hin…
      Liebe Grüße
      Marianne

      Gefällt 1 Person

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