Funchal. Wind und Garten.

Ich bin gerade mal wieder auf einer Ich-komme-zu-mir-selbst-Alleinereise.
Dieses Mal habe ich mir Madeira ausgesucht.

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Nun ist es ja so, dass man als Norddeutsche durchaus Wind gewohnt ist.
In Hamburg kennt man die frische Brise genauso wie beispielsweise auf Sylt, wo ich schon öfter mehr als acht Windstärken erlebt habe.
Auf Madeira jedoch habe ich es irgendwie mit dem Wind:

Gestern hätten wir um ein Haar nicht auf dem Flughafen Madeiras landen können, da starke und böige Winde herrschten. Der Pilot flog eine Stunde lang Kreise über der Insel, um einen günstigen Moment abzupassen und zu landen – auf einer wohl sowieso nicht einfachen Landebahn. Vor uns mussten zwei Flugzeuge durchstarten und auf der Nachbarinsel landen.

Und heute wollte ich mich meiner Höhenangst stellen und mit der Seilbahn vom Bergort Monte oberhalb der Hauptstadt Funchal wieder runter nach Funchal fahren – da war der Betrieb am frühen Nachmittag bis auf Weiteres ausgesetzt wegen böigen und heftigen Winds.
Der spontan gefasste und umgesetzte Plan B hieß: Linienbus.
War auch viel billiger als die Seilbahn.

Die Germania Maschine aus Hamburg war das einzige Flugzeug gestern Mittag auf dem Flughafen Santa Cruz.

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Und im Bus habe ich auch keine Höhenangst…

Und warum musste ich unbedingt von Funchal da hoch nach Monte?

Gärten.

Ich liebe es, in fremden Städten oder Regionen, botanische und oder sonstige Gärten zu besichtigen, genau wie Zoos, wenn es welche gibt.

Auf halber Strecke hoch liegt der Botanische Garten. Dorthin bin ich durch Wohnstraßen und untouristische Viertel gelaufen. Wandernd lernt man eine Gegend ja noch mal ganz anders kennen. Fazit: Liebevoll angelegt und gepflegt, es blüht allenthalben, Frösche quaken, sehr idyllisch und offenbar nicht von großen Touristenbussen angesteuert, was auch von Vorteil ist, vor allem, wenn man im Hafen von Funchal zwei riesige Kreuzfahrtschiffe liegen sieht…

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Und in Monte gibt es noch einen Garten, der reizvoll erschien. Der Tropische Garten Monte Palace.
Er ist etwas skurril, wie ich finde.
Es gibt ein palastänliches Gebäude von 1897 und sonst noch so manche Verrücktheit eines reichen Mannes, der den Spleen hat, sich am felsigen Berg einen Garten errichten zu lassen. Und nicht einen Garten, sondern mehrere Gärten sozusagen. Es gibt einen chinesischen Garten, einen japanischen Garten, einen einheimischen Madeira-Garten, einen Azaleen- und Rhododendrongarten, Wasserfälle, Teiche mit Koi-Karpfen, viele verschiedene Azulejo-Bilder aus mehreren Jahrhunderten, zeitgenössische afrikanische Skulpturen. Ein Wahnsinn. Unbedingt sehenswert, wenn man sich darauf einlässt.

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Und wieder unten in Funchal gab es erstaunlicherweise wenig Wind, dafür aber einen schönen Regenbogen.

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Und die Moral von der Geschicht‘: Trau dem Wetter nicht!

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