Berlin. Entdeckung des Reichstags.

Komisch. Von 1966 bis 2006 war ich nie in Berlin. Man hätte ja durch „die Zone“ müssen, wie es bei uns im Westen flapsig hieß.
Als ich dann 2006 das erste Mal in Berlin war, gefiel es mir nicht.
2016 nun bin ich in kurzer Zeit gleich zweimal dort gewesen. Und ich sehe eine Stadt, die mir gefällt.
Das absolute Highlight meines Besuchs letzte Woche:

Eine Führung durch das Reichstagsgebäude. Müsst ihr mal machen. Allerdings nicht ohne vorherige online-Anmeldung, denn dann ist Schlangestehen oder Gar-nicht-Reinkommen vorprogrammiert.
Die geschichtlichen Fakten könnnt ihr bei Wikipedia mühelos nachlesen. Die schreibe ich hier nicht noch einmal auf.

Was mich schwer beeindruckt hat:

Es gibt überall innen im Reichstagsgebäude Inschriften an den Sandsteinwänden, die von sowjetischen Soldaten bei Kriegsende angebracht wurden. Meist schreiben sie ihren Namen, ihre Heimatstadt, aber auch Siegparolen. Inschriften mit sehr beleidigendem Inhalt oder obzönem Inhalt wurden in den 1990ern mühevoll entfernt, denn der weiche Sandstein hat die Holzkohle, die die Soldaten zum Schreiben benutzt haben, sehr aufgesogen.

 

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Was mich auch schwer beeindruckt hat:

Der Bundesadler, der von Bonn mit umgezogen ist und in diesem Zuge vergrößert wurde, damit er von den  Proportionen her in den neuen Plenarsaal passt, ist 60 qm groß.  Also so groß wie eine durchschnittliche Zwei-Zimmer-Wohnung. Hej!

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Was mich noch schwer beeindruckt hat:

Wie kann es anders sein bei einem Kunstfan wie mir: Kunst im Reichstagsgebäude.

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Ein französischer Künstler schuf 1999 ein begehbares Kunstwerk aus lauter aufeinander geschichteten Blechkästen. Auf jedem Blechkasten steht ein Name eines demokratisch gewählten (!) Abgeordneten, der von 1919 bis 1999 in den Reichstag/Bundestag gewählt worden ist. Opfer des Nationalsozialismus sind mit einem schwarzen Band gekennzeichnet.
Es ist überwältigend, durch die Installation zu gehen. Wie wertvoll unsere Demokratie doch ist, dachte ich. Wie dankbar ich bin, in demokratischen und rechtsstaatlichen Zeiten zu leben.

 

Was mich noch schwer beeindruckt hat:

Man kann ganz nah neben der Reichstagskuppel stehen.

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Der Blick von der Reichstagskuppel-Terrasse auf Berlin ist spektakulär.

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Und es gibt ein ausgeklügeltes Wärmerückgewinnungs-Solarenergie-Energiesparkonzept. Hätte ich gar nicht gedacht. Technisch habe ich es nicht ganz verstanden, aber es geht ja ums Prinzip und um die Umwelt. Das zählt.

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Dieser Trichter im Inneren der Reichstagskuppel ist Teil des modernen Energiekonzepts. Wenn man’s nicht wüsste, könnte man es auch glatt schon wieder für Kunst halten.

Im nächsten Jahr werde ich öfter mal in Berlin sein.
Wenn ich etwas Beeindruckendes entdecke, dann gibt’s ’nen neuen Blogbeitrag.

 

 

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