Der Countdown läuft.

Noch genau fünf Tage gibt es freien Eintritt in die Hamburger Kunsthalle. Bis 31.5.2016.
Man kann durch den wieder geöffneten, großen und repräsentativen Eingang eintreten, den im Monumentalstil des ausgehenden 19. Jahrhunderts erbauten Treppenaufgang hinaufschreiten und dann Kunst bewundern.
Ich habe mal mit der Klassischen Moderne angefangen.
Das ist meine Lieblings-Kunstepoche. In der Zeit von 1900 bis 1960 bewegte sich so viel, gesellschaftlich wie künstlerisch. Grenzen wurden überschritten, Perspektiven veränderten sich, das vorher Unmögliche, das Hässliche, das Verpönte, das Verruchte, das Innere, das Abstrakte darzustellen wurde möglich.

Vor der Renovierung war die Präsentation in der Kunsthalle immer irgendwie unglücklich.
Dank des Millionenengagements der Dorit und Alexander Otto Stiftung und der Stadt Hamburg ist das nun anders.
Nun gibt es helle Räume mit gelungenem Lichtkonzept und eine interessante Hängung.

Kunsthalle Mai (2)
Edvard Munch. Mädchen auf der Brücke. 1901
Kunsthalle Mai (3)
Paul Klee. Revolution des Viadukts. 1937

 

Und ist es wegen des freien Eintritts nicht sehr voll?

Es ist voll. Eigentlich nicht so mein Ding im Museum. Aber es herrscht eine besondere Atmosphäre aus Neugierde, Begeisterung und Aufbruch-Stimmung.
Ich habe ein Ehepaar aus München kennengelernt. Die Ehefrau sagte: „Jetzt sehe ich, was Hamburg für große Kunstwerke der Klassischen Moderne hat. Vor der Renovierung habe ich sie gar nicht wahrgenommen.“ und „geniale Lichttechnik, wie im Lenbachhaus in München.“
Okay, was dem Münchner sein Lenbachhaus ist nun dem Hamburger seine Klassische Moderne Sammlung in der Kunsthalle!

Taugt der Kunstbesuch als Seelentröster?

Ja.
Nach einem irgendwie verkorksten Vorstellungsgespräch am Morgen habe ich mir die Kunsthalle gegönnt. Und siehe da: Alles ist gut. Es gibt so viele nette Menschen – und es gibt Menschen, die einem Bewerber nicht mit Offenheit, sondern mit Argwohn begegnen.

Die Alster, wenn auch wolkig und trübe, taugt übrigens auch als Seelenschmeichler.
Und da gibt es keinen Countdown. Sie ist immer da und immer umsonst.

Alster Mai (3)

Alster Mai

Alster Mai (4)

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2 Gedanken zu “Der Countdown läuft.

  1. Stefanie

    Stell mal vor, der Mensch, der das Bewerbungsgespräch führte, hätte sich verstellt und Du hättest erst im Job gemerkt, dass er ein argwöhnischer Typ ist. Wäre ja furchtbar. Kunsthalle wollte ich irgendwie auch – schaff ich aber nicht mehr. Mach ich nach dem Sommer. Oder bei Regen. Liebe Grüße!

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    1. Danke, liebe Stefanie, für deine einfühlsamen Worte. Sehr wahr. So ist alles gut, so wie es ist. Und die Kunsthalle läuft ja nicht weg. Im Gegenteil, jetzt kommt auch noch die Manet Ausstellung bis September. Und es gibt bestimmt bis dahin ein paar Regentage ….
      Danke uns sonnige Grüße
      Marianne

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