Israel. Mein Kulturschock

Ich habe Ein Gedi verlassen.
Ich bin durch die Wüste gefahren, dann an Jerusalem vorbei. Ich habe es dort liegen sehen ganz in hellem Kalksandstein gebaut. Isaac hat mir erzählt, dass jedes Haus in Jerusalem, auch neu gebaute, in diesem Jerusalemer Kalksandstein in beige gebaut bzw. die Fassade verkleidet sein muss. Ich mag Jerusalem sehr.
An dieser Stelle ein kleiner Bericht meines dritten Jerusalem Besuchs.

Ich habe nämlich zwei absolute Highlights entdeckt, abseits der Touristentouren:

Erstes Highlight:
Ein Besuch in der Knesset mit Führung.
Eine Führung ist für Individualreisende ohne Anmeldung möglich. Zum Glück. Ich bin Individualreisende. Ich hatte keine Führung reserviert.

Interessante Informationen über das politisch-gesellschaftliche System in Israel: Was man der internationalen Presse beispielsweise gar nicht entnehmen kann, ist, dass die Knesset, also das Parlament konfessionell ganz ähnlich zusammengesetzt ist wie die Bevölkerung. Circa 70% sind Juden, circa 17% Muslime, der Rest Christen und Drusen.

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In der Knesset gibt es einen Chagall-Saal. Der russisch-französische Maler Chagall, der Jude war, hat 1960 für die Knesset drei Wandteppiche und ein Wandmosaik sowie mehrere Bodenmosaike gestaltet. Ich mag Chagall. Er träumt in seinen Bildern vom Gestern, vom Heute und vom Morgen. Von diesem Staat, dieser ersten staatlichen Heimat für Juden. Muss man mit seinen Augen gesehen haben.

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König David mit der Harfe in rot tanzt und freut sich mit dem jüdischen Volk über die Gründung des Staates Israel, träumt aber davon, auch an der Klagemauer beten zu können. Das konnte man 1960, als der Wandteppich geschaffen wurde, nicht.

 

Zweites Highlight:
Ein Spaziergang durch den Sacher-Park.
In einer fremden Stadt einen öffentlichen Park zu besuchen, finde ich immer toll.
Man kann irgendwo sitzen und Leute beobachten.
Was macht ein Jerusalemer in einem Stadtpark?
Musik. Picknick. Mit Kindern spielen. Football. Soccer. Frisbee spielen

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Soweit das religiöse, irgendwie gediegene Jerusalem.

Dann fährt man durch Hügelketten, es wird grüner, bewaldeter, große grüne Felder.

Und nun kommt er, mein Kulturschock:

Tel Aviv!

Hochhäuser. Viele Autos. Hupen. Viele Busse. Hupen. Menschen. In Shorts, in kurzen Röcken, sogar bauchfrei. Gewusel. Gedränge. Lautstärke. Kaum noch religiös züchtig bis altmodisch gekleidete Menschen, wie in Jerusalem.
„Hey“, ruft es in mir „ich komme aus der stillen Wüste mit Stippvisiten im erhabenen Jerusalem.“  und weiter „was nun?“

Und was habe ich gemacht?

Ich bin erstmal ans Meer gegangen.

In Tel Aviv gibt es viele Strände. Dort war es auch voll. Aber auf der einen Seite war der quirlige Strand, auf der anderen Seite war das Meer, Rauschen, Wellen, Weite, ein kühler Wind. – Ich bin angekommen in Tel Aviv. Das Meer hat mir noch immer geholfen.

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Dann habe ich noch was Schönes gegessen. Und schon freue ich mich auf weitere Erlebnisse.

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2 Gedanken zu “Israel. Mein Kulturschock

  1. Ich beneide dich um deine Erlebnisse und Erfahrungen, aber gleichzeitig bewundere ich auch deinen Mut und gestehe, dass ich mich das nie trauen würde. Schön das alles zu lesen. Ich freue mich schon auf weitere Berichte.
    Alles Liebe und nur gute Erfahrungen wünscht dir
    Gaby

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