Israel. Menschen.

Dieser Blogbeitrag handelt von Menschen. Menschen, denen ich begegnet bin und die mich irgendwie berührt haben oder mit denen ich viel Spaß hatte.

Von Isaac, der mir einfach spontan sein Jerusalem gezeigt hat, habe ich ja schon berichtet.
Ein außergewöhnlicher, netter, offener und spontaner Mensch.

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Isaac im Mahane Yehuda Markt.

 

Ich wohne in einem Hotel, das von einem Kibbuz, dem Kibbuz Ein Gedi, geführt wird.
Vorgestern nachmittag lud mich eine Kibbuzbewohnerin, Miriam, einfach mal so zum Tee in ihr Haus ein. Miriam wohnt seit 56 Jahren hier im Kibbuz. Und sie ist damit eine der ersten Bewohnerinnen, denn das Kibbuz feiert dieses Jahr seinen 60jährigen Geburtstag.
Der Nachmittag mit Miriam war sehr interessant. Die ersten Kibbuzbewohner haben das Land erschlossen, die Quellen David und Arugot genutzt, um Gemüse und Obst anzubauen und einen wunderschönen botanischen Garten zu errichten.
Und Miriam selbst ist hier verwurzelt, Jüdin, und zudem sehr weltoffen. Sie war schon in vielen Ländern der Erde. Während mein Reiseschwerpunkt eindeutig auf europäischen Ländern liegt, hat Miriam sehr viele afrikanische Länder besucht. Was bei uns beiden an der jeweiligen geographischen Lage liegt. Haben wir mal zusammen festgestellt.

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Miriam in ihrem Garten. Im Hintergrund ein typisches Kibbuz Ein Gedi-Haus.

 

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Miriam und ich tranken erfrischenden Lemongras-Tee und sie hatte extra Kekse selbstgebacken. Ich bin erfreut und gerührt über so viel Gastfreundschaft und lade sie ein, mal zu mir zu Besuch zu kommen, falls sie in Hamburg ist.

 

Mehrere auf ihre Weise besondere Menschen lernte ich kenen, als ich an einer geführten Tour durch den nahegelegenen Nahal David teilnahm.
Unser Tourguide war nämlich wie Miriam ein langjähriger Kibbuzbewohner, der sich bestens mit der Flora und Fauna der Davidquelle auskennt.

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Unser Tourguide erklärt uns gerade, dass in den Höhlen früher Gräber waren. Undzwar immer so, dass die Beine Richtung Jerusalemer Tempel zeigten, damit man eines fernen Tages schnell aufstehen und dorthin gehen kann.

Links ein Steinbock-Weibchen, rechts ein Klippschliefer beim Essen.

Links der Davidwasserfall mitten in der Judäischen Wüste, rechts Wasser, das von Felsen tropft, klar und rein.

Die Gruppe auf dieser Wanderung war klasse: Zwei ältere Damen aus Tel Aviv, ein sehr kontaktfreudiges und offenes Ehepaar aus den USA, State of New York. Die beiden tauschen gerade ihr Haus in Amerika zwei Monate gegen eine Wohnung in Tel Aviv und waren für zwei Nächte ins Kibbuz Hotel nach Ein Gedi gefahren, um auch das Tote Meer kennenzulernen. Am besten unterhalten habe ich mich mit Galina. Galina kommt ursprünglich aus Moskau, ist 2000 nach Boston ausgewandert und besuchte gerade ihre Schwester in Israel, die 1992 hierher ausgewandert ist. Galina und ich waren gleich ein Herz und eine Seele. Manchmal hat man das ja mit vorher völlig fremden Menschen. Wir empfanden zum Beispiel beide eine tiefe Dankbarkeit, das Wunderbare der Quellen in der Wüste, die erhabene Wüste, das entspannende Tote Meer, hier und jetzt erleben zu dürfen.

Galina links, Jane und ich genießen die Davidquelle.

Gestern musste ich an Isaacs Spruch denken: „God loves me…“ , denn Gott, der Himmel, das Universum oder das Schicksal (?) schickte mir erst eine Wandergruppe aus Deutschland auf einer sehr einsamen Wüstenwanderung, der ich mich anschließen durfte.  Und dann auf dem Rückweg traf ich auf einen in Jerusalem lebenden Amerikaner mit zwei Freundinnen aus Seattle auf Besuch und einem Auto, in dem sie mir noch einen Platz anboten. So kam ich gut durch die Wüste Samarias von Wadi Kelt zur Bushaltestelle des Überlandbusses an der Route 1 nach Ein Gedi.

Links unser Ziel: Das Georgskloster im Wadi Kelt in der Wüste Samarias und rechts zwei Frauen der deutschen Wandergruppe, der ich mich anschloss. “ Only Germans walk“, sagten meine amerikanischen Bekannten, die mir den Auto-Lift auf dem Rückweg anboten.

Und nun zum Abschluss noch Bilder von religiösen Menschen, die ich in Jerusalem gemacht habe. Ja, in Jerusalem ist Religion allgegenwärtig, nicht nur in der Altstadt.

Gläubige Juden und unten rechts eine ultra-orthodoxe jüdische Familie

Links orthodoxe Christen und rechts Christen, die in der Grabeskirche den Stein von Golgatha berühren wollen.

Links Musliminnen im arabischen Soukh von Jerusalem und rechts ein Gewürzladen dort.

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Und hier die Ziegenherde eines Beduinen in der Wüste. Beduinen leben immer noch in der Wüste Judäas und Samarias, haben heute aber wegen eines Sesshaft-Machen-Programms teilweise so Wellblechhütten, wie auf dem Foto unten in der Bildmitte klein erkennbar.

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Ich bin jeden Tag wieder überwältigt. Denn ich finde, Israel ist ein sehr vielschichtiges und unglaublich spannendes Land, landschaftlich, kulturell, religiös und menschlich.

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