Israel. Ein Gedi. Das Abenteuer beginnt.

Welches Land könnte sich besser für eine Reise im Sabbatical eignen als Israel, das gelobte Land?
In dieser spirituell bedeutsamen Umgebung und in der unendlichen Wüste Judäas muss auch ein Unruhegeist wie ich zu Ruhe und Kontemplation finden 😉

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Meine erste Station in Israel ist das Kibbuz Hotel Ein Gedi, das etwas erhöht am Rande der Judäischen Wüstenberge liegt. Für meinen ersten Tag habe ich mir vorgenommen, es langsam angehen zu lassen. Geuhsames Frühstück, bei dem ich Halvah für mich entdecke, ein leicht krümeliges Gebäck aus Sesammehl, Sesamfett und Zucker. Köstlich. Achtsamer Rundgang durch den schönen hoteleigenen Garten. Fremdartige Vogelstimmen sind zu hören, ich fasse Pflanzen und Bäume an, rieche an Blättern und Blüten, sehe Schmetterlinge und sogar einen Steinbock.

 

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Ich lasse mir Zeit.
Ich möchte heute auf dem Toten Meer schweben.
Es gibt einen Shuttle Bus runter zur Badestelle am Toten Meer und dem Dead Sea Spa. Aber mir gefällt es nicht, mich im Urlaub nach den Abfahrtszeiten eines Shuttle Busses zu richten. Ich schlendere in den Tag hinein und entscheide mich, zu Fuß zum Dead Sea Spa am Toten Meer herunterzulaufen.
„Fünf Kilometer bergab“, denke ich, „das wirst du ja wohl schaffen. In einer halben Stunde bist du da. “ Und so laufe ich los mit Rucksack und Badesachen bei ca. 25 Grad und sonnigem bis wolkigem Himmel. Perfekt.
Eine Hotelangestellte hatte mich vor dem schnellen Autoverkehr auf der Rout 90, die am Toten Meer entlang führt, gewarnt.
Und so meine ich, ich bin schlau. Ich sehe die Spa-Anlage in der Ferne gen Süden liegen. „Ich gehe einfach runter zum Wassersaum ans Tote Meer.“, denke ich und marschiere geradewegs durch Wüstensand und Geröll Richtung Wassersaum. Als geübte Syltfahrerin nehme ich an, dass es sich unten am Wasser am besten laufen lässt…
Aus Geröll und Wüstensand wird zunehmend aufgeplatztes Geröll, Splitter von Geröll, Salzkrusten in bizarren Formen. Es sieht aus wie Eis, ist aber nicht glitschig, sondern eher etwas klebrig. Gut begehbar könnte man meinen. Wenn da nicht die Zacken, Ausstülpungen, Spitzen, Abbruchkanten, Furchen und Löcher wären…

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„Wenn du erstmal am Wasser bist, dann geht es im festen Sand voran“, sage ich zu mir und arbeite ich mich vor. Am Wassersaum ist es wunderschön, etwas bizarr, Salz wie in Wellen und Hügeln, kein fester Sand wie auf Sylt! Man kann dort nicht gehen.

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Was nun?
Die Spa Anlage sehe ich schon mal gar nicht mehr. Ich habe die Hügelligkeit, die Weite, die Unwegsamkeit, den Absack-Untergrund total unterschätzt.
Da habe ich nun mein Abenteuer, meine Authentizität, mein Einen-anderen -Weg-als-der-gemeine-Tourist-Wählen!
Die Sonne brennt heiß, die Sonnencreme ist leicht noch mal nachgesprüht, Wasser habe ich auch noch, also: Ich muss wieder hoch zur Straße. Autos sind das kleinere Übel! Gedacht, getan.
Nach zweieinhalb Stunden komme ich im Dead Sea Spa an. Wie ein Wüstenwanderer in der Oase. Kaputt, verschwitzt, durstig und irgendwie glücklich, die Herausforderung gemeistert zu haben.

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Du kannst hier alles per Shuttle Bus machen, wenn du willst, es gibt sogar einen Shuttle vom Dead Sea Spa zur Badestelle des Toten Meeres. Aber zum Toten Meer per Spa Shuttle komme ich heute nicht mehr. Macht auch nichts. Ich war ja schon da.
Der Shuttle ist nämlich gerade etwas überbevölkert mit einer riesengroßen vietnamesischen Reisegruppe in Jeans, Pullovern und sogar Light-Daunenjacken. War wohl kalt im klimatisierten Reisebus hierher 😉

Unerwartet stoße ich nun auf mein Highlight des heutigen Tages:
Ich bade, nein schwebe, im heißen Salz-Sulfur-Pool des Spa. Ich schwebe, alles schwebt an mir, Arme, Beine, Rücken, sogar Hals und Kopf. Ich liege auf dem Wasser. Wunderbar entspannend.

Und auf dem Rückweg nehme ich den Bus zurück zum Kibbuz Hotel. Ja, auch ich bin lernfähig. Er braucht zehn Minuten!

Erfahrung, Abenteuer, Herausforderung, Entspannung, alles am ersten Tag. Langsam war das nicht. Aber spannend und intensiv.

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4 Gedanken zu “Israel. Ein Gedi. Das Abenteuer beginnt.

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